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11. Juli 2022

Neuverpachtung Hofgut Alteburg

Reutlingen Baden Württemberg, Deutschland

Beschreibung

Die Stadt Reutlingen verpachtet ab 01.01.2025 den landwirtschaftlichen Teil des Hofgut Alteburgs neu: Die Hofstelle soll im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrages und die landwirtschaftlichen Flächen mittels eines Pachtvertrages neu vergeben werden, letztere gebunden an den Erbbaurechtsvertrag. Ziel der Ausschreibung ist es, dass das Hofgut Alteburg weiterhin als landwirtschaftlicher Betrieb bestehen bleibt und möglichst breit aufgestellt wird.

Standort / Lage

Die Hofstelle des Hofgut Alteburg besteht aus den drei Grundstücken 9526/1, 9528/1 und 9528/3, Gemarkung und Flur Reutlingen. Die Hofstelle befindet sich zwischen der Stadt Reutlingen und der Bezirksgemeinde Gönningen. Die Hofstelle ist durch eine öffentliche Straße – die L 383 – sehr gut erschlossen. Die Frequentierung der Landstraße bietet Potential für die Direktvermarktung ab dem Hof.
Direkt an der Hofstelle liegt die Gutsgaststätte Alteburg. Diese wurde im Jahr 2018 langfristig im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrages abgegeben. Derzeit bezieht die Gutsgaststätte bereits Produkte aus dem landwirtschaftlichen Teil des Hofguts Alteburg und dies soll auch in Zukunft so weiter bestehen bleiben. Ebenso ist die Gutsgaststätte aktuell abhängig von der Wärmeversorgung der angebundenen Biogasanlage (privatrechtlicher Wärmeliefervertrag).
Am nördlichen Rand der Hofstelle befinden sich von der GWG – Wohnungsgesellschaft Reutlingen mbH – vermietete Wohnungen, bestehend aus ca. 4 Wohneinheiten.
In unmittelbarer Nähe befindet sich der Berg „Käpfle“ mit einer Höhe von 595 m. Darauf befindet sich ein beliebter Aussichtsturm mit einer hervorragenden Aussicht auf die Stadt Reutlingen und den schwäbischen Albtrauf im Bereich Pfullingen und Gönningen. Die umgebenden Waldgebiete dienen vor allem an Wochenende, Feiertagen und zu Ferienzeiten den Bewohnern Reutlingens als Naherholungsgebiet und werden wie auch das Hofgut Alteburg stark frequentiert. Das nahegelegene Umweltbildungszentrum Listhof bringt seit vielen Jahren den Besuchern die Natur und Biodiversität nahe. Das dortige Gelände ist seit dem Jahr 2000 ein ausgewiesenes Naturschutzgebiet und beherbergt einige seltene Tier- und Pflanzenarten.
Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb liegt in unmittelbarer Nähe des Hofguts Alteburg. Es ist ein bedeutendes Modellgebiet für nachhaltige Entwicklungen. Die bestehende Kulturlandschaft soll erhalten bleiben und im Einklang mit dem Menschen weiterentwickelt werden. Die wichtigsten Ziele bestehen darin, Aktivitäten und Strukturen nachhaltiger Nutzungen in verschiedenenen Wirtschafts- und Lebensbereichen (u.a. primärer Wirtschaftsbereich) weiterzuentwicklen. Dabei soll die Biodiversität erhalten, sowie der Schutz und die Entwicklung von Pflanzen- und Tierarten gewahrt werden. Aktuell liegt das Hofgut Alteburg nicht innerhalb des Biosphärengebietes Schwäbische Alb.

Wohngebäude / Wohnsituation

Das Wohnhaus befindet sich im westlichen Teil der Hofstelle und wurde im Jahr 1957 erbaut. Es hat eine Bruttogrundfläche von ca. 490 m² inklusive dem Keller, ca. 312 m² ohne den Keller. Die Nutzfläche beträgt ca. 211 m², ohne den Keller. Es ist ein eingeschossiges Wohnhaus in Massivbauweise mit Keller und ausgebautem Dachgeschoss.
Die Fenster wurden zuletzt im Jahr 1990 erneuert. Das Wohnhaus wird seit dem Jahr 2009 über die auf der Hofstelle befindlichen Biogasanlage mit Wärme versorgt. Davor wurde eine integrierte Ölheizung genutzt.

Wirtschaftsgebäude

Hofladen
Der Hofladen befindet sich im südwestlichen Teil der Hofstelle und wurde rund um das Jahr 1920 erbaut. Es ist ein 2-stöckiges Wirtschaftsgebäude in massiver Bauweise. Es wird derzeit für einen Hofladen und als Lagerraum genutzt. Zusätzlich befinden sich zwei Kühlräume darin. Das Gebäude hat eine Bruttogrundfläche von ca. 90 m² und eine Nutzfläche von ca. 81 m².
Die Übernahme der Ladeneinrichtung des Hofladens kann mit dem aktuellen Pächter verhandelt werden.

Milchviehstall und Außenstall
Der Milchviehstall wurde 1968 errichtet und befindet sich östlich neben dem Hofladen auf der Hofstelle. Der Boxenlaufstall beherbergt eine im Jahr 2006 erneuerte Melkanlage und Milchtank. Der Milchviehstall hat eine Kapazität für ca. 70 Milchkühe (Liegeplätze). Der Milchviehstall hat eine Bruttogrundfläche von ca. 861 m² und eine Nutzfläche von ca. 751 m². Der Außenstall wurde nachträglich als Couchetten-Stall an die westliche Seite an das bestehende Gebäude angefügt. Er hat eine Kapazität für 24 Milchkühe (Liegeplätze). Er hat außerdem eine Bruttogrundfläche von ca. 209 m² und eine Nutzfläche von ca. 199 m².
Der Milchviehstall wird bei weiterer Nutzung über das Jahr 2024 hinaus durch einen Neubau ersetzt werden müssen. Eine Sanierung dieses Gebäudes erscheint wirtschaftlich nicht rentabel. Die Stadt Reutlingen übernimmt als Eigentümer den Abriss des Gebäudes nach Rücksprache mit dem auszuwählenden Bewerber.
Die Milchviehhaltung befindet sich aktuell in konventioneller Wirtschaftsweise.
Die Melkanlage mit dem dazugehörigen Milchtank befinden sich im Besitz des aktuellen Pächters. Eine Übernahme kann verhandelt werden.

Ökonomiegebäude mit Getreidelager
Das Ökonomiegebäude wurde im Jahr 1926 als ehemaliger Reitstall in massiver Bauweise errichtet. Im Jahr 1977 wurde das Gebäude im nördlichen Bereich um einen Anbau erweitert. Es hat eine Bruttogrundfläche von ca. 441 m² und eine Nutzfläche von ca. 419 m², der Anbau eine Bruttogrundfläche von ca. 126 m² und eine Nutzfläche von ca. 120 m². Das Ökonomiegebäude wird derzeit als Mutterkuhstall genutzt und es befindet sich darin auch das Blockheizkraftwerk der Biogasanlage. Des Weiteren befindet sich dort ein Pferdestall und ein Hühnerstall. In dem nachträglichen Anbau befindet sich das Getreidelager, samt Tiefenannahme, Elevator, einer Reinigungs- und Trocknungsanlage und insgesamt acht Silos mit einem gesamten Fassungsvermögen für ca. 200 Tonnen Getreide. Zusätzlich befindet sich dort eine Tankstelle für die landwirtschaftlichen Fahrzeuge.Die Außenfassade ist teilweise abgängig. Die Übernahme des Getreidelagers und dessen zugehörigen Einrichtungen können mit dem aktuellen Pächter verhandelt werden.

Jungviehstall
Der Jungviehstall wurde im Jahr 1977 erbaut. Das Gebäude hat eine Bruttogrundfläche von ca. 352 m² und eine Nutzfläche von ca. 334 m². Es dient derzeit als Tieflaufstall mit Strohlager und Maschinenunterstand für etwa 70 – 80 Tiere. Zusätzlich wurde eine Maschinenremise und ein weiteres Vordach angebaut.
Die Übernahme von Einrichtungen kann mit dem aktuellen Pächter verhandelt werden.
Die Außenfassade ist teilweise abgängig.

Scheune
Die Scheune wurde um das Jahr 1920 in Holzbauweise erbaut und besitzt eine Hocheinfahrt. Es hat eine Bruttogrundfläche von ca. 575 m² und eine Nutzfläche von ca. 471 m². Es wird derzeit als Heu- und Strohlager, sowie als Maschinenunterbringung genutzt. Auch befindet sich darin ein Hühnerstall.
Der Bodenbelag ist teilweise abgängig. Die Außenfassade besteht aus einer Holzverkleidung und ist teilweise abgängig mit unverputztem Sockel.

Gewächshäuser
Die zwei Gewächshäuser wurden im Jahr 2013 vom aktuellen Pächter errichtet. Sie besitzen jeweils rund 200 m² Grundfläche und werden zum Anbau von Gemüse genutzt. Es wird die Abwärme der Biogasanlage genutzt und es ist eine Bewässerungsanlage vorhanden.
Die Übernahme der Gewächshäuser kann mit dem aktuellen Pächter verhandelt werden.

Landwirtschaftliche Nutzfläche

Bei dem ausgeschriebenen Objekt handelt es sich um die bebauten Grundstücke der Hofstelle des Hofgut Alteburg, Flurstücksnummern 9526/1, 9528/1 und 9528/3. Diese umfassen insgesamt eine Fläche von 15.562 m² und befinden sich im Eigentum der Stadt Reutlingen.

Das Flurstück 9526/3 ist langjährig als Gutsgaststätte Alteburg von der Stadt Reutlingen durch einen Erbbaurechtsvertrag abgegeben.

Die öffentlichen Straßen und Wege in und um die Hofstelle gehören nicht zur Ausschreibung und müssen der Öffentlichkeit zugänglich bleiben. Eine private und betriebliche Nutzung durch den auszuwählenden Bewerber ist selbstverständlich erlaubt.

Die ausgeschriebenen Grundstücke sind bebaute, nach Südosten abfallende Flächen.

Die landwirtschaftlichen Pachtflächen umfassen eine Gesamtfläche von ca. 100 Hektar, davon entfallen ca. 50 Hektar auf Grünland und ca. 50 Hektar auf Ackerfläche. Diese sind in Anlage 5 aufgeführt und beschrieben. Sie werden derzeit nach der EU-Verordnung zur ökologischen/biologischen Produktion bewirtschaftet.

Sonstiges

Der aktuelle Pachtvertrag läuft seit dem Jahr 1992 und endet zum 31.12.2024.

Ausschreibungsverfahren

Das Ausschreibungsverfahren wurde vom Finanz- und Wirtschaftsausschuss der Stadt Reutlingen am 23.06.2022 beschlossen. Die Ausschreibung erfolgt im Rahmen eines Konzeptverfahrens, welches dabei viele Vorteile in einem Ausschreibungsverfahren vereint. Die Bewerber konkurrieren gegeneinander mit ihren jeweiligen Konzepten und sind dadurch angehalten, sich tiefgründige und detaillierte Gedanken zu ihrer jeweilgen Konzeption zu machen. Das beste Konzept wird dabei nach einer transparenten Bewertung durch ein Bewertungsgremium festgelegt und der Bewerber erhält die Chance zur Übernahme der Hofstelle mittels eines Erbbaurechtsvertrages und der landwirtschaftlichen Flächen mittels eines Pachtvertrages.

Der Vergabeprozess ist zweistufig gegliedert.

Es handelt sich um ein nichtförmliches Verfahren.

In der Phase 1 werden die Ideen und die Grobkonzeption in den Vordergrund gestellt. Bewerbende haben ihre Ideen und Visionen darzulegen und zu beschreiben, wie diese erreicht werden sollen. Nach der Phase 1 sollen ca. fünf Bewerber/-innen durch das Bewertungsgremium ausgewählt und für die Phase 2 zugelassen werden. In der Phase 2 ist dann eine detailliertere Bewerbung inkl. Wirtschafts- und Finanzierungsplan einzureichen. Die finale Entscheidung durch das Bewertungsgremium erfolgt am Ende der Phase 2.

Der Zeitplan sieht vor, dass Ende 2023 geklärt sein soll, wer neue/r Pächter/in des landwirtschaftlichen Betriebs wird.

Zielsetzung
Ziel der Ausschreibung ist es, dass das Hofgut Alteburg weiterhin als landwirtschaftlicher Betrieb bestehen bleibt und möglichst breit aufgestellt wird. Der/die auszuwählende Bewerber/-in soll die Hofstelle und die landwirtschaftlichen Flächen zum 01.01.2025 übernehmen.

Die folgenden Aspekte sollen bei der Vergabe besondere Beachtung erhalten:
- Eine nachhaltige Bewirtschaftung: ökonomisch, ökologisch und sozial
- Einbezug von Tierhaltung
- Eine Vermarktung ab Hof: Produkte aus Reutlingen für Reutlingen
- Integration der städtischen Bevölkerung, auch in Form des Einbezuges der Bildungseinrichtungen und Schulen
- Kooperationen mit vorhandenen Betrieben oder anderen Akteuren
- Ein baulich offenes, freundliches Ambiente
- Das Hofgut Alteburg ingsgesamt als "Attraktion"

Verfahrenskoordination
Ausschreibende Stelle ist die Stadt Reutlingen.

Die Koordination und Betreuung des Vermarktungsverfahrens erfolgt durch:

AgriConcept Beratungsgesellschaft mbH
Herrn Heiner Rumetsch
Wollgrasweg 31
70599 Stuttgart
Telefon: 0711/699-6950
Telefax: 0711/699-69520
E-Mail: alteburg@agriconcept.de
Die Ausschreibungsunterlagens für die Konzeptvergabe Hofgut Alteburg finden Sie hier:

https://www.reutlingen.de/neuverpachtung-hofgut-alteburg/Ausschreibungsunterlagen

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Gesamt: 100 ha Ackerland: 50 ha Grünland: 50 ha
Verpachtung
01.01.2025
Herr Maximilian Hildenbrand 0711.699 695 19 hildenbrand@agriconcept.de

Kontaktaufnahme

Für dieses Hofangebot ist ein Motivationsschreiben erforderlich, in dem Sie Ihr Interesse an dem Betrieb und Ihren persönlichen Hintergrund kurz erläutern.

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